Sprache im Alltag, in Beziehung und im Miteinander
Sprache ist im Fröbel-Kindergarten Silberahorn kein eigener Inselbereich, sondern Teil des gesamten Alltags. Kinder erleben Sprache beim Ankommen, im Spiel, beim Betrachten von Büchern, beim Erzählen, Forschen und Entdecken. So entstehen viele kleine und große Sprachanlässe, die Kinder in ihrer Entwicklung stärken.
Als Team verstehen wir Sprache als Schlüssel für Teilhabe, Beziehung und Selbstwirksamkeit. Deshalb schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder Fragen stellen, erzählen, zuhören und sich ausdrücken können. Sprache wächst dort, wo Kinder sich sicher fühlen und ernst genommen werden.
Projekt „Sprachpat*innen für Potsdamer Kita-Kinder“
Ein besonderer Baustein unserer Arbeit ist das Projekt „Sprachpat*innen für Potsdamer Kita-Kinder“. Die Sprachpatinnen und Sprachpaten schenken Kindern zusätzliche Zeit, Aufmerksamkeit und sprachliche Anregung. Sie begleiten Kinder im Gespräch, beim Vorlesen und bei gemeinsamen Aktivitäten. So entstehen Beziehungen, in denen Sprache ganz natürlich wachsen kann.
Das Projekt ist kein Zusatz am Rand, sondern eine starke Ergänzung im pädagogischen Alltag. Im Silberahorn arbeiten wir dafür eng mit dem Potsdamer Sprachpat*innen-Projekt der Universität Potsdam und dem Verein Sprachpat*innen für KiTa-Kinder e.V. zusammen. Diese Kooperation verbindet ehrenamtliches Engagement, fachliche Begleitung und pädagogische Praxis.
Besonders wertvoll ist dabei der gute Austausch mit Prof. Dr. Barbara Höhle von der Universität Potsdam und dem Projektteam. Sie hilft, Erfahrungen aus dem Kita-Alltag mit wissenschaftlicher Perspektive zu verbinden und die Arbeit der Sprachpatinnen und Sprachpaten weiterzuentwickeln. So entsteht ein Zusammenspiel aus Forschung, Ehrenamt und gelebter Praxis, das den Kindern direkt zugutekommt.
Sprachförderfachkräfte: individuelle Begleitung mit fachlichem Blick
Neben dem ehrenamtlichen Engagement sind im Fröbel-Kindergarten Silberahorn auch Sprachförderfachkräfte tätig. Sie begleiten Kinder mit besonderem Bedarf gezielt und bedarfsgerecht. Dabei geht es nicht nur um einzelne Übungen, sondern um eine Haltung: aufmerksam beobachten, individuell begleiten und im Alltag sprachlich unterstützen.
Die Sprachförderfachkräfte arbeiten eng mit dem Team zusammen und bringen fachliche Perspektiven in die pädagogische Arbeit ein. So wird Sprachförderung im Silberahorn systematisch und zugleich kindnah gestaltet.
Mehrsprachigkeit und bilinguale Erziehung: Vielfalt als Stärke
Viele Kinder bringen unterschiedliche sprachliche Erfahrungen mit in die Kita. Diese Vielfalt verstehen wir als Ressource. Im Silberahorn greifen wir deshalb auch das Thema bilinguale Erziehung auf und ordnen es in das größere Feld von Sprache und Sprachförderung ein.
Mehrsprachigkeit ist für uns kein Zusatzthema, sondern ein natürlicher Teil gelebter Lebenswelten. Kinder erleben, dass verschiedene Sprachen nebeneinander bestehen dürfen und dass jede Sprache ihren Wert hat.
Materialien und Orte, die Sprache sichtbar machen
Sprache braucht Räume und Materialien, die zum Entdecken einladen. Im Silberahorn sind das zum Beispiel unsere Bücherboxen, Sprachboxen und der Lesekreis im Garten. Hier können Kinder in Ruhe betrachten, erzählen, zuhören und miteinander ins Gespräch kommen.
Diese Orte zeigen, wie Sprachförderung im Alltag konkret wird: nicht durch abstrakte Programme, sondern durch anregende, liebevoll gestaltete Situationen, in denen Sprache lebendig ist.
Zusammenarbeit, die Kinder stärkt
Was all diese Elemente verbindet, ist die Zusammenarbeit vieler Beteiligter: das pädagogische Team mit den Sprachförderfachkräften, die ehrenamtlichen Sprachpatinnen und Sprachpaten sowie die Partnerinnen aus der Wissenschaft. Gemeinsam schaffen wir Rahmenbedingungen, in denen Kinder sprachlich wachsen können.
Genau darin liegt die Wirkung: Kinder erleben Sprache nicht als Pflicht, sondern als Zugang zur Welt, zu Beziehungen und zu eigenem Ausdruck.